CDN – Ob und wann Webseiten per Content Delivery Network schneller werden

CDN - Content Delivery Network

CDN – Content Delivery Network – Zweck und Nutzen

CDN steht für Content Delivery Network. Auch gebräuchlich ist die Bezeichnung Content Distribution Network. Unter einem CDN versteht man ein Netzwerk aus regional verteilten Servern, welche Webseiteninhalte zwischenspeichern und ausliefern.

Ziele des Einsatzes eines CDN

Schnellere Webseite durch ein CDN

Das Hauptziel eines CDN ist die beschleunigte Auslieferung der Webseiteninhalte. Sprich, die Webseite soll beim Leser schneller aufgebaut werden. Spätestens seit Google bekanntgab, dass die Ladezeit einer Webseite ein Rankingfaktor ist, spielt die Ladezeit für jeden ernsthaften Webmaster eine bedeutende Rolle. Denn das heißt, dass die Ladezeit mit darüber entscheidet wie weit oben die Inhalte der jeweiligen Webseite in den Suchergebnisseiten erscheint.

1. Beispiel: Wenn Googel zu einer Suchanfrage, neben deinen Artikel, vier weitere inhaltlich gleichwertig betrachtet und alle anderen Rankingfaktoren in der Summe die insgesamt fünf Artikel gleichauf im Ranking liegen ließen, entscheidet mit größter Wahrscheinlichkeit die Ladezeit darüber, welchen Platz von 1 bis 5 dei einzelnen Artikel besetzen werden.

2. Beispiel: Wenn Google zu einer Suchanfrage deinen Artikel als inhaltlich am relevantesten betrachtet, die Ladezeit deiner Webseite aber sehr schlecht ist, kann deine Artikel in den Suchergebnissen weit nach unten rutschen. im schlimmsten Fall erscheint er dann sogar unter ansonsten deutlich weniger relevant eingeschätzten Artikeln sehr schneller Webseiten.

Der Zweck eines CDN besteht darin, die Wege bei der Auslieferung der Inhalte zu verkürzen und Lastspitzen abzufangen.

Kürzere Wege zwischen Server und Webseitenbesucher

Durch ein Content Delivery Network mit mehreren regional verteilten Servern wird es möglich, die Inhalte an den Besucher der Webseite von dem Server auszuliefern, der ihm am nächsten ist. Bei angenommen gleichmäßiger Leistung und Auslastung aller Server, werden so (zumindest theoretisch) die Daten am schnellsten übermittelt.

Lastenausgleich

Während bei einem einigen Server (dem des Hosters) Lastspitzen durch viele gleichzeitige Aufrufe zu langen Ladezeiten, im Extremfall bis hin zur Nichterreichbarkeit führen können, wird diese Wahrscheinlichkeit durch ein CDN deutlich gemindert bis ausgeschlossen.

Wie funktioniert ein CDN?

In einem CDN werden statische Daten, wie Mediadateien, aber auch CSS und Javascript auf allen zum CDN gehörenden Servern zwischengespeichert. Ausgeliefert werden diese Daten dann an den Webseitenbesucher für gewöhnlich von dem CDN-Server, der ihm am nächsten ist bzw. von dem, der sie am schnellsten zur Verfügung stellen kann.

Ein CDN ist kein Allheilmittel

Nun ist ein CDN bei weitem nicht die einzige und nicht einmal die wichtigste Möglichkeit eine Webseite zu beschleunigen. Wer glaubt, er könne einer schlecht konfigurierten, nicht optimierten und langsamen Webseite durch Einsatz eines Content Delivery Network auf bequeme Art und Weise Beine machen, wird eine Enttäuschung erleben. Ein CDN ist als Maßnahme nach allen anderen Optimierungen zu betrachten. Am ehesten könnte man ein CDN als Feinschliff sehen, nachdem alle anderen Möglichkeiten die Webseite zu beschleunigen bereits umgesetzt wurden. Und selbst dann ist ein Content Delivery Network nicht in jedem Fall nötig oder sinnvoll.

Brauche ich ein CDN?

Ob ein Content Delivery Network sinnvoll ist und deine Webseite wirklich spür- und messbar beschleunigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dabei ist auch entscheidend, in welcher Kombination die einzelnen Faktoren vorliegen und wie wie stark sie ausgeprägt sind.

Wann ist ein CDN sinnvoll?

Ein CDN macht für solche Webseiten Sinn, deren Leserschaft regional weit verteilte ist und / oder die sehr hohe Besucherzahlen aufweist. Je weiter die Besucher in der Welt verteilt sind und je mehr Besucher es sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Content Delivery Network Vorteile bringt. Denn dann kann ein CDN durch ebenfalls weltweite verteilte Server, den oben genannten Zweck, nämlich die Wege zu allen Besuchern kurz halten und Lastspitzen ausgleichen, erfüllen. Wenn eine oder mehrere der folgenden Bedingungen erfüllt sind, könnte der Einsatz eines Content Delivery Network sinnvoll sein:

  • Du betreibst eine englischsprachige Webseite und hast Besucher aus der ganzen Welt.
  • Du betreibst eine deutschsprachige Webseite die hauptsächlich von Besuchern aus Deutschland gelesen wird. Der Server deiner Webseite steht in Australien. Wir lassen mal außerach, wie unsinnig das wäre.
  • Deine Webseite erreicht sehr hohe Besucherzahlen (beispielsweise 10.000/Tag).
  • Der Server auf dem deine Webseite gehostet ist, ist langsam. Ungeachtet dessen, sollte man sich dann auch Gedanken bzgl. eines Wechsels machen.
  • Deine Webseite erreicht Besucher-Lastspitzen zu bestimmten Zeiten. Ein Großteil der Besucher erscheint in einem engen Zeitfenster.

Beispiel – Content Delivery Network sinnvoll und nützlich

Du betreibst eine englischsprachige Webseite. Die Webseite richtet sich an Besucher aus der ganzen Welt. Die täglichen Besucherzahlen liegen im Schnitt bei 20.000. Die Webseite bietet viele mediale Inhalte, wie Videos, Bilder und Audiodateien.

Wann ist ein CDN nicht sinnvoll?

Aus dem vorherigen Absatz lässt sich ableiten, wann ein Content Delivery Network eher wenig oder keinen Sinn macht. Hier einige Szenarien:

  • Du betreibst eine deutschsprachige Webseite die im wesentlichen Besuchern aus Deutschland lesen und deren Server in Deutschland steht.
  • Deine Webseite erreicht keine besonders hohen Besucherzahlen (beispielsweise 1000/Tag).
  • Der Server auf dem deine Webseite gehostet ist, ist nicht besonders langsam.
  • Deine Webseite erreicht keine besonders hohen Besucher-Lastspitzen.

Beispiel – Content Delivery Network unnötig

Du führst einen regional arbeitenden Handwerksbetrieb, betreibst dazu eine als Web-Visitenkarte konzipierten Webseite, die über das Angebot deines Unternehmens informieren und dem Kunden die Kontaktaufnahme ermöglichen soll. Die Webseite bietet keine aufwendigen Inhalte. Täglich erscheinen 20 Besucher auf deiner Webseite

Die aufgeführten Szenarien stellen Beispiele zum Veranschaulichen dar. Sie sollen helfen, einzuschätzen wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Einsatz eines CDN tatsächlich einen echten Vorteil bringt. Im Zweifelsfall muss man das für seine eigene Webseite austesten.

Anforderungen an ein CDN

Ein Content Delivery Network sollte einige Grundvorraumsetzungen erfüllen. Dazu kommen individuelle Anforderungen, die spezifisch für die jeweilige Webseite zu erfüllen sind. Hier einige Punkte, denen man bei der Auswahl eines CDN-Anbieters Beachtung schenken sollte.

  • Geschwindigkeit der Server des CDN: Wenn die Server langsamer sind als der Server des Hosters der Webseite, wird der Standortvorteil u.U. schnell verspielt.
  • Anzahl der Server: Viele Server erhöhen grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Server in der Nähe eines jeden Besuchers befindet. Außerdem werden durch viele Server Lastspitzen, wie sie beispielsweise zu Stoßzeiten entstehen könnten besser abgefedert, als durch einige wenige.
  • Verbreitung der Server entsprechend der jeweiligen Webseite. Für eine international ausgerichtete Website dürfte eine gleichmäßige Verteilung weltweit. Für eine deutschsprachige Webseite sind 10 Server im Raum D-A-CH sinnvoller als hunderte Server weltweit mit Schwerpunkt USA und Asien und nur einem in D-A-CH.

CDN kostenlos oder bezahlen?

Einige Anbieter von CDN bieten auch die Möglichkeit einer kostenlosen Nutzung ihres CDN. Ob man ein kostenloses CDN wählt oder ein kostenpflichtiges, hängt von den eigenen Anforderungen und von der jeweiligen Webseite ab. Wer eine sehr stark frequentierte Webseite mit internationaler Ausrichtung betreibt, wird tendenziell den Leistungsumfang eines kostenpflichtigen Content Delivery Network in Anspruch nehmen wollen. Inhaber schwächer besuchter Webseiten und Neulinge in Sachen CDN tendieren vielleicht eher (zumindest vorerst) zu einer kostenlosen CDN-Lösung, wie sie beispielsweise von Cloudflare (Alle statischen Daten, Bilder Videos, Audio, JS, CSS), oder WordPress – Jetpack (ehemals Photon, reines WordPress-Toolkit,nur Bilder) angeboten wird.

 

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1 Antwort

  1. MimoSch. sagt:

    Sehr interessant. Ich hatte mich bisher immer gewundert, was die CDN Subdomain bei manchen Seiten zu bedeuten hat. Ist mir nun klar.

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