Die Motivation der Networker für Schneeballsysteme zu werben

Networker bewerben Schneeballsysteme

Warum beteiligen sich so viele Networker an Schneeballsystemen

Das Schneeballsysteme und verschiedene Formen des Internetbetrugs nur deshalb stark florieren und überhaupt erst aus den Startlöchern kommen, weil sich eine große Zahl von Menschen aus der Networker-Szene findet, die bereit ist, sich für das jeweilige betrügerische Angebot zu engagieren. Wir werden oft gefragt, was die Beweggründe der Networker dafür sind, dass sie mehr oder weniger offensichtliche Schneeballsysteme, Finanzpyramiden, Ponzi Schemes oder andere, auf Betrug ausgelegte Unternehmenskonstrukte bewerben. Gerade die Networker müssten doch auf Grund ihrer Erfahrungen diejenigen sein, die seriös von unseriös unterscheiden können. Und tatsächlich, sie können sehr wohl unterscheiden, was Betrug und was ein seriöses Unternehmen mit einem echten Angebot ist.

Unseriöse Networker

Finanzpyramiden und Schneeballsysteme die angeblich Geldanlagen und Fake-Investments mit exorbitanten Gewinnversprechen, sprich riesigen Renditen, sind bei gewissenlosen, unseriösen Networkern besonders beliebt. Garantiert doch genau diese Form des Betrugs und der Abzocke ihnen allerhöchste Gewinne in Form von Provisionen. Die folgenden Ausführungen beziehen sich im Wesentlichen auf Networks und Schneeballsysteme im Bereich Finanzen und Geldanlage, auch Finanzpyramiden, Ponzi Schemes. Vieles davon kann man aber auch auf betrügerisches Produktmarketing, bei dem minderwertige Waren oder Scheinprodukte zu absolut überteuerten Preisen an den Mann /die Frau gebracht werden, beziehen.

Warum viele Networker Schneeballsysteme Scam und Betrug bewerben

Die Fähigkeit zwischen Betrug und seriösem Angebot unterscheiden zu können, hält aber einer Vielzahl der Networker nicht davon ab, auch oder gerade betrügerische Angebote zu bewerben. Die Networker, auch Werber, Sponsoren, Teamleiter, Upliner, Leader abwertend auch Keuler oder Trommler genannt, erhalten Provisionen für das Werben neuer Geldgeber. Diese Provisionen werden vom jeweiligen Betreiber auch ausgezahlt. Das heißt, der Betreiber beteiligt die Keuler an der Beute. Das ist aus Sicht der Betreiber unerlässlich, da ja sonst niemand werben wollte. Im Grunde stecken also Betreiber und Keuler unter einer Decke. Es kommt zwischen Betreibern und Werbern zu einer (geheimen) Absprache oder aber zumindest zu einem stillschweigenden Agreement.

Die Höhe der gezahlten Provisionen

Nun sagen sich viele, weshalb denn aber von einem Teil der Networker bevorzugt unseriöse und betrügerische Projekte beworben werden. Sie könnten auch seriöses Networkmarketing betreiben und ausschließlich ehrlich arbeitenden Unternehmen mit realen, ihr Geld werten Produkten bewerben. Die Antwort darauf ist einfach. Bei betrügerischen Systemen lässt sich weit mehr Geld verdienen. Die Provisionen sind deutlich höher als es im echten, seriösen auf MLM bzw. Direktvertrieb basierenden Produktmarketing.

Verdienstmöglichkeiten im seriösen Network-Marketing

Networkmarketing bzw. Empfehlungsmarketing kann ein hartes Business sein. Der Produktpreis hierbei wird hauptsächlich bestimmt durch Produktionskosten und die Kosten, die durch den Vertrieb entstehen. Da der Produktpreis ein gewisses Maß nicht übersteigen darf (sonst kauft niemand), sich die Produktionskosten aber nur bis zu einem gewissen Punkt optimieren und nicht unter ein Minimum senken lassen, sind auch Verkaufsprovisionen und Provisionen für das Werben neuer Vertriebspartner begrenzt. Das aber schon hier an die Grenze des machbaren gegangen wird, was die Höhe der Provisionen angeht, sorgt dafür, das die Produkte, auch gemessen an ihrer teilweise guten Qualität oft recht teuer sind, wenn man sie mit, per traditionellen Vertriebsformen angebotenen, gleichwertigen Produkten vergleicht.

Seriöse Angebote zur Geldanlage und Investment findet man im Networkmarketing so gut wie gar nicht. Denn das wären Angebote mit realistischen Renditeversprechen. Aber solche würden niemanden hinter den Ofen vor locken und erst recht nicht dazu bewegen, einige hundert oder Tausend Euro zu investieren. Vor allem aber fänden sie hier keine Networker, die bereit wären, das ganze zu bewerben. Denn auch die Provisionen wären, gemessen an dem, was mit Scam und Betrug realisierbar ist, verschwindend gering.

Verdienstmöglichkeiten bei Schneeballsystemen und Scam

Der Kostenfaktor “Produktionskosten” existiert hier nicht. Ausgezahlt wird auch nur ein kleiner Teil des “investierten” Geldes. Schneeballsysteme produzieren nichts, erwirtschaften nichts, haben also auch keine Produktionskosten zu tragen. Ausgenommen sind hier minimale Kosten für Scheinprodukte, die von einigen, als MLM-Unternehmen getarnten Schneeballsystemen verwendet werden, um es als legales Unternehmen zu tarnen. Da die Produktionskosten bei Schneeballsystemen fehlen oder eine verschwindet geringe Rolle spielen, ist der Betreiber in der Lage, deutlich höhere Provisionen an diejenigen zu zahlen, die sein “Angebot” bewerben und neue “Käufer” oder “Anleger” rekrutieren. Das gilt insbesondere für angebliche Investmentclubs und Networks, die vorgeben mit Anlegergeldern hohe Gewinne zu erzielen, tatsächlich aber nur Geld einsammeln. So kommt es vor, dass bei dieser Form des betrügerischen Network-Marketings bis zu 60% aller Einnahmen in Form von Provisionen an die Struktur (Networker) gehen.

Das mag so aussehen, als wäre es ein schlechtest Geschäft für den Betreiber. Das ist es nicht, wenn man sich vor Augen hält, dass er ja keine oder nur verschwindend geringe Kosten hat. Er muss eine Webseite starten und betreiben, so etwas wie Support leisten (also Fragen der User beantworten), Auszahlungen veranlassen (Schneeballsysteme zahlen ja zumindest in der Anfangsphase und zumindest die Provisionen an die Werbenden aus) und hin und wieder einen Newsletter ausgeben. Das Werben neuer Geldgeber und den weiteren Strukturaufbau übernimmt vollständig die erste Garde der sich beteiligenden Networker.

Diagramm Geldfluss im Schneeballsystem

Die Aufteilung des von Anlegern eingezahlten Geldes bei einem Schneeballsystem dass sich als Anlagegeschäft ausgibt

Verteilung eingezahlten Geldes bei Schneeballsystemen

Hier geben wir ein Beispiel dafür, wohin die Summe des bei einem Schneeballsystemen, Ponzi Scheme oder einer Finanzpyramide durch Anleger eingezahlten Geldes fließt. Es handelt sich um eine fiktive Aufstellung, die sich nicht auf ein jetzt oder in der Vergangenheit bestehendes Schneeballsystem bezieht, sondern um eine beispielhafte Aufstellung davon, wie sich der Geldfluss bei Systemen dieser Art darstellt.

Das Verhältnis zwischen Betreibern von Schneeballsystemen und werbenden Networkern

Die Grenzen zwischen Betreiber und Werber verschwimmen auch oft. So schließen sich gern mal einige Networker zusammen um ein Schneeballsystem zu initiieren oder die Betreiber sprechen sich vor dem Start ihrer Abzocke mit Networkern ab und beziehen eine erste Garde mit ein in das System. Diese erste Garde, bringt dann ein eigenes Netzwerk an Keulern mit in das System usw…

Das Verhältnis zwischen werbenden Networkern und Kunden oder Anlegern

Nach unten hin, also zwischen Werbern und Kunden / Anlegern, verschwimmt die Grenze auch. Dies gilt besonders bei Finanzpyramiden. Einige Keuler (eher sehr unerfahrene) glauben an das System und investieren selbst viel Geld und einige Anleger werben selbst auch wieder Neueinsteiger (z.B. Familie, Freunde, Kollegen).

Der erfahrene, auf das Werben für Schneeballsysteme spezialisiert Trommler, investiert im Allgemeinen nicht oder nur das, was nötig ist, um werben zu dürfen und dann für das ködern neuer Opfer die Provision kassieren zu können. Wenn auch die erfahrenen unter den Keulern Geld einzahlen, dann geschieht das nur dann, wenn sie glauben, als die allerersten Einzahler gute Chancen zu haben, ihren Einsatz und den zu erwartenden Gewinn auch ausgezahlt zu bekommen. Denn in der Aufbauphase wird ja ausgezahlt.

Keine Verallgemeinerung

Wir beschreiben mit diesem Artikel nicht die Networker-Szene im Allgemeinen. Wir wissen, dass es unter den Networkern auch viele gibt, die seriös arbeiten und ihrerseits solche Betrügereien und die sich dran beteiligenden Kollegen ablehnen und verurteilen. In diesem Artikel ging es uns nur um den Teil der Networker, die aus Geldgier nicht so genau hinsehen, was sie bewerben bzw. ganz bewusst in betrügerische Systeme einsteigen, um sie gegen Provision zu bewerben.

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