OneCoin – Aussichtsreiche Kryptowährung oder Anlagebetrug

OneCoin - Warnung

Vorsicht: OneCoin, mehr Schein als Sein

Der OneCoin ist eine von vielen Kryptowährungen, mit denen versucht wird, vom Erfolg des Bitcoin zu profitieren, diesen nachzuahmen oder zumindest den Anschein zu erwecken, sie könnten ähnlich erfolgreich wie der BitCoin sein, um Anleger zu Investitionen zu bewegen.

Über OneCoin

Hier haben wir die wichtigsten Daten zu OneCoin zusammengestellt.

OneCoin Webseite

Die Webseite erreicht man unter onecoin.eu

Dort findet man folgende Angaben:

OneCoin Ltd; IC 20140882

OneCoin Representative office: Slaveykov Sqr. 6A, Ground Floor, Sofia 1000, Republic of Bulgaria

Wir haben Mails mit Hinweisen erhalten, wonach es sich bei dieser Anschrift um eine reine Briefkastenadresse handelt. Diese Information ist noch nicht verifiziert, scheint aber nicht unglaubwürdig.

WHOIS-Daten zur Domain onecoin.eu

Ein WHOIS liefert folgendes Ergebnis:

WHOIS-DATEN

Domain: onecoin.eu
Status: Wird verwendet
Registriert: 23 Juni 2014
Ende der Vertragslaufzeit (Expiry date): 23 Juni 2017
Letzte Aktualisierung: 23 Juni 2016

DOMAININHABER (REGISTRANT)

Name: Tsvetelina Lekova
Unternehmen/Organisation: Onecoin Ltd
Sprache: Englisch
Adresse: 12 Tsar Osvoboditel
1000
Sofia
BG
Telefon: +35924444331
Fax
E-Mail: tsvetelina.lekova@ravenr.com

Der Kopf von OneCoin

Als Gründerin tritt eine Dr. Ruja Ignatova auf. Auch hier soll es sich um eine fiktive, real nicht existierende Person handeln, was wir ebenfalls noch nicht verifizieren konnten.

Founder and Visionary Dr. Ruja Ignatova

Digitalen Kryptowährungen

Die Idee vom digitalen Geld bzw. einer digitalen Kryptowährung hat viele Anhänger. Die bekannteste und erfolgreichste Kryptowährung ist der BitCoin, dessen Wert sich sich in den letzten Jahren rasant entwickelt hat. Er war und ist immer noch ein beliebtes Spekulationsobjekt, aber inzwischen hat er sich als digitalen Währung, mit der man Produkte und Dienstleistungen bezahlen kann, etabliert. Dieser Erfolg ruft Nachahmer auf den Plan, die im Fahrwasser des erfolgreichen BitCoins versuchen eigene Kryptowährungen zu etablieren und zu vermarkten. Das geschieht dann meist im eigenen Interesse und aus der Intention heraus, selbst digitales Geld zu generieren, um es dann „Anlegern“ gegen Zahlungen in klassischen Währungen zu verkaufen.

Der Onecoin als angeblich aussichtsreiche Kryptowährung

Der OneCoin ist eine der Nachahmer-Kryptowährungen. Beworben wird der OneCoin als Kryptowährung mit extrem hohen Wertsteigerungschancen innerhalb kurzer Zeiträume. Man beschwört digitale Währungen als Zahlungsmittel der Zukunft und zieht die Wertentwicklung des BitCoins als Beleg für die  Aussichten des OneCoin heran. Man versucht sowohl jene zu erreichen, die bereits von Wertentwicklungen des Bitcoins profitiert haben, indem man suggeriert, dass sich dieser Erfolg mit dem OneCoin wiederholt, als auch diejenigen, die beim BitCoin nicht von Anfang an dabei waren und die Chance verpasst haben, indem man in ihnen das Gefühl des Bedauerns darüber weckt, die Entwicklung des BitCoin verschlafen zu haben und den Wunsch stärkt, diesmal, beim OneCoin aber als einer der Ersten dabei zu sein. Jeder könne diesmal frühzeitig dabei sein und jetzt einsteigen, um von der Wertsteigerung des OneCoin zu profitieren.

Unterschied BitCoin und OneCoin

Der OneCoin hat mit dem BitCoin nicht viel gemein. Zwar bezeichnet sich auch der OneCoin als digitale Kryptowährung. Der entscheidende Unterschied ist aber die zentrale Schöpfung und Kontrolle des OneCoin. Auf Handelsplattformen für Kryptowährungen kann der OneCoin nicht gehandelt werden. Ob und wie OneCoins entstehen, ob und wie sie an- und verkauft werden können, legt die Unternehmensführung fest.

Das Konzept OneCoin

Für den OneCoin wurde ein spezielles Geschäftsmodell entwickelt, welches wir sehr kritisch sehen. Doch dazu später mehr. Widmen wir uns nun dem Konzept bzw. dem Geschäftsmodell OneCoin. Dabei spielen das Generieren von OneCoin und das OneCoin-Affiliatesystem zum Werben neuer OneCoin-Mitglieder die entscheidenden Rollen.

Generieren von OneCoin

Um bei OneCoin dabei zu sein, muss man sogenannte Ausbildungspakete kaufen. Diese kosten zwischen 110 und 27.500 Euro.  Diese Ausbildungspakete beinhalten sogenannte „Token“, welche in OneCoin umgewandelt werden können. Damit man die Token in OneCoin umwandeln kann, muss man eine einmalige Gebühr von 30 Euro entrichten. Die eigenen OneCoin können danach auf der OneCoin-Plattform deponiert und gehandelt werden. Freilich kann man für OneCoin (noch) nichts kaufen, aber das soll sich laut Angaben in der OneCoin Werbung selbstverständlich auch bald ändern.

Das OneCoin-Affiliatesystem

Um  Mitglieder dazu zu bewegen neue Mitglieder und Käufer von Ausbildungspakten zu werben, wurde ein vierstufiges Affiliatesystem ins Leben gerufen. Wer jemanden direkt wirbt und dazu bewegt, ein oder mehrere Ausbildungspakete zu kaufen, erhält eine Provision in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises der Ausbildungspakete. In der zweiten Ebene, also für Käufe  der durch direkt Geworbenen wiederum geworbenen Mitglieder erhält man ebenfalls 10 Prozent Provision. Für die dritte  Ebene sind es sogar 20 Prozent und für die Käufe in der vierten Ebene sage und schreibe 25 Prozent Provision.

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Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Provisionen mit zunehmender Tiefe der Downline steigen. Wenn man davon ausgeht, dass jedes geworbene und zahlende Mitglied 4 Ebenen über sich hat, so gehen schon mal 65 Prozent seiner Zahlung für das Schulungspaket für Provisionen drauf. Eine recht hohe Summe, die natürlich bewusst gezahlt wird, um einen Anreiz zum Werben zu schaffen. Den Betreibern kann die Höhe der Provision auch egal sein, wenn man davon ausgeht, dass die Provisionen von denen, die sie erhalten ohnehin wieder in neue Ausbildungspakete gesteckt werden. Das hat man sich ja fein ausgedacht.

Kritik an OneCoin

Wenn man sich das Konzept mal genau betrachtet, scheint es ganz so, als würde man von den Betreibern von ihnen selbst in beliebiger Menge geschaffenes virtuelles Geld gegen echtes Geld in Form von Euro, Dollar und anderen nationalen Währungen verkauft. Und im Grunde ist es unserer Ansicht nach auch so. Denn die sogenannten Ausbildungspakte kann man kaum als echte Ware ansehen, sondern doch bestenfalls als Alibi oder Scheinprodukt zum Verschleiern der Tatsache, dass man im Grunde ein feuchtes Nichts gegen hartes Währung verkauft. Für uns scheint zumindest der Verdacht begründet, dass es sich bei OneCoin um einen groß angelegten Betrug handelt, bei dem von willigen Anlegern Geld abgeschöpft wird, ohne eine echte Gegenleistung zu erbringen bzw. ohne das ein echtes, legales Anlageobjekt vorhanden wäre. Die fiktive Währung OneCoin hat unserer Meinung nach keine echte Wertsteigerungs- oder auch nur Überlebenschance. Darüber hinaus haben wir allergrößte Zweifel an der Legalität des OneCoin-Konzeptes.

OneCoin – unerlaubte Finanzdienstleistung

Wir sehen das OneCoin-System durchaus als Finanzdienstleistung und zwar als eine Finanzdienstleistung, für die es wahrscheinlich keine Genehmigung gibt. Außerdem kann hier auch der Tatbestand des Anlagebetrugs vorliegen. Für die Genehmigung und Überwachung von Finanzdienstleistungen ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuständig. Sollte der OneCoin als elektronisches Geld (sogenanntes E-Geld) angesehen werden, wäre auch hierfür eine Genehmigung der BaFin erforderlich. Wir halten es für wahrscheinlich, dass die BaFin nach Kenntnisnahme und Prüfung, dem Treiben der Protagonisten rund um den OneCoin Einhalt gebieten wird.

Bewerben von Finanzdienstleistungen ist genehmigungspflichtig

Das Bewerben von Finanzdienstleistungen und Empfehlen von Finanzanlagen ist genehmigungspflichtig. Wir gehen davon aus, dass die Mehrheit der Werbenden OneCoin-Mitglieder eine solche Genehmigung nicht besitzen. Viele dürften nicht einmal ein Gewerbe angemeldet haben. Solche Umstände könnten Beteiligten in nicht allzu ferner Zukunft auf die Füße fallen.

Dringende Warnung vor OneCoin

Wir halten OneCoin für nicht empfehlenswert. Interessenten können wir vor einer Beteiligung am OneCoin nur warnen. Jeder, der sich hieran beteiligt und besonders wer neue Mitglieder wirbt, macht sich möglicherweise strafbar. Außerdem könnte er für entstandene finanzielle Verluste der durch ihn geworbenen Mitglieder schadenersatzpflichtig sein.

 

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5 Antworten

  1. Karsten Konrad sagt:

    Ein guter und wichtiger Artikel. Hoffe er hält einige davon ab, dort einzusteigen.

  2. HHH sagt:

    Absolute Abzocke mal wieder.

  3. Michael sagt:

    Ich denke nicht, daß der Onecoin den Erfolg des Bitcoins wiederholen kann.

  4. kobold sagt:

    Das haben die OneCoiner sich aber fein ausgedacht. Wertloses e-Geld aus dem Nichts erschaffen und es für echtes Geld verkaufen. Gute Idee. Wenn da nicht die Sache mit dem Gesetz wäre und das Ganze im Knast enden könnte.

  5. micha sagt:

    Es wird höchste Zeit , dass ein gewissenloser Frank Rickets, der als Präsident schon bei Unaico später OPN
    und Sitetalk viele Leute um ihr Geld gebracht hat, als OPN kurz vor dem Auffliegen stand, noch schnell alle angeblich 15 Millionen!! Sitetalk MItglieder angeschrieben hat und für ONECOIN geworben hat, eingebuchtet wird.
    Sitetalk existiert immer noch!

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