Bitclub Network Festnahmen – Drahtzieher verhaftet und in USA unter Anklage

Bitclub Network Festnahmen

Bitclub Network Festnahmen – So oder ähnlich könnte die neue Heimstatt der Bitclub-Network-Verbrecher aussehen

 

Nun wird es ernst für Bitclub Network (BNC) bzw. die für das Betrugssystem Verantwortlichen. Die amerikanischen Behörden haben reagiert und nach längerer andauernden Ermittlungen wurde Anklage gegen mehrere Drahtzieher des berüchtigten Schneeballsystems erhoben und Haftbefehle erlassen. Inzwischen konnten bereits drei Personen festgenommen werden.

Anklageerhebung gegen BitClub Network Drahtzieher

Inhaftiert: Matthew Brent Goettsche (Matt)

Inhaftiert: Matthew Brent Goettsche (Matt) – BitClub Network Founder

Gegen mehrere Bitclub Drahtzieher wurde am 05. Dez 2019 Anklage erhoben. Dabei werden folgende Namen genannt:

  • Matthew Brent Goettsche (37)
  • Joseph Frank Abel (49)
  • Jobadiah Sinclair Weeks (38)
  • Silviu Catalin Balaci
  • Russ Medlin

Tatvorwürfe

Matthew Brent Goettsche wird als Mitbegründer des Betrugssystems gesehen. Joseph Frank Abel und Jobadiah Sinclair Weeks sollen als Promoter auf höchster Ebene am Bitclub-Betrug beteiligt gewesen sein.

Joseph Frank Abel - Bitclub Network

Inhaftiert: Joseph Frank Abel (Joe) – Bitclub Network

Die Anklagepunkte reichen von conspiracy, übersetzt Verschwörung und vergleichbar mit dem deutschen Tatbestand der Verbrechensabrede, über wire fraud im Deutschen etwa Finanzbetrug, bis offer and sell unregistered securities, übersetzt Angebot und Verkauf nicht registrierten Wertpapiere.

Schadenshöhe

Die US-Behörden gehen davon aus, das von gutgläubigen Opfern eine Summe von 722 Mio USD abgezockt wurde. Wir halten es für denkbar das der tatsächliche Betrag noch weit höher liegt.

Erste BitClub Network Festnahmen

Jobadiah Sinclair Weeks - Bitclub Network

Inhaftiert: Jobadiah Sinclair Weeks (Joby) – Bitclub Network

Drei der hochrangigen BitClub Funktionäre sollen nach uns vorliegenden Informationen festgenommen worden sein. Bei den bisher Festgenommenen handelt es sich um Joseph Frank Abel, Matthew Brent Goettsche und Jobadiah Sinclair Weeks.

Ziele der Gründer des Bitclub Networks

Das Ziel der Initiatoren des groß angelegten Betrugs war es von Anfang an, sich in betrügerischer Art und Weise an den Einzahlungen gutgläubiger Investoren zu bereichern. Dazu wurden die Anleger getäuscht und mit falschen versprechen dazu bewegt in BitClub Network zu investieren. Den Betrügern war von Anfang an klar, dass die prognostizierten gewinne unmöglich durch das vorgegebene Mining erwirtschaftet werden könnten. Die Verantwortlichen verschwiegen wichtige Fakten bezüglich der BCN Anlageprodukte und der tatsächlichen Ergebnisse des BTC-Minings, fütterten sie mit falschen Informationen, fälschten angebliche Beweise für die Rentabilität des Bitcoin-Minings und der daraus möglichen Einnahmen.

Beweise für den vorsätzlichen Betrug

Als Beweis für die von vornherein betrügerische Absichten sollen E-Mails vorliegen, welche sich die BitClub Network Gründern untereinander gesendet haben. Mitbegründer Matthew Brent Goettsche soll sich mit einer weiteren Person verabredet haben, gefälschte Zahlen bezüglich der Mining-Ergebnisse herauszugeben, um so das Interesse von Anlegern zu wecken und diese zu einem Investment zu verleiten.

Als Zielgruppe wurde der typische dumme MLM-Investor angegeben

Weiter sollen Chatprotokolle vorliegen, in denen Matthew Brent Goettsche im Gespräch mit anderen BCN Führungskräften u.a. folgende Aussage machte:

Unsere Zielgruppe ist der typische dumme MLM-Investor

Original: „Our target audience is the typical dumb MLM investor“

40 % für das Mining, 60 % für Provisionen

Nicht einmal die Hälfte des durch Anleger eingezahlten Geldes wurde in das Mining gesteckt. Der Großteil floss als Provision in die Taschen der Werber. Diese Tatsache wird durch folgende Aussage von Matthew Brent Goettsche deutlich:

Ich denke, die meisten Leute verstehen nicht, dass nur 40 % für das Mining und der Rest für Provisionen verwendet werden. Die Leader wissen es… es sind die Schafe, die es nicht wissen.

Original: „I guess most people do not know only 40 % is used for mining and the rest for commissions. The leaders know.  its the sheep that dont.“

Anleger werden als Idioten gesehen und bezeichnet

Die Köpfe des Betrugssystems und die Leader betrügen die Anleger nicht nur vorsätzlich, sie machten sich auch noch über sie lustig und äußerten sich abfällig. Sinngemäß äußert sich Matthew Brent Goettsche beispielsweise in einem Gespräch mit einem anderen Täter, in dem es darum ging, wie man die Investoren überzeugt und bei der Stange hält folgendermaßen:

Die meisten dieser Idioten haben keine Ahnung, man muss ihnen nur irgend etwas geben, damit sie das Gefühl haben, etwas überprüfen zu haben.

weiter:

Wir bauen dieses ganze Modell auf dem Rücken von Idioten.

und

den Abbau beweisen bedeutet nur, die Idioten zu überzeugen

Solche und ähnliche Aussagen, die den Vorsatz belegen, liegen zahlreich vor.

Welche Strafen haben die Täter in den USA zu erwarten?

Für Finanzbetrug und Verschwörung zum Finanzbetrug sieht das US-Strafrecht eine Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar vor. Für den unerlaubten Wertpapierhandel bzw. Verschwörung zum unerlaubten Wertpapierhandel drohen bis zu 5 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar.

Was bedeuten die Bitclub Network Festnahmen für Leader aus dem Raum D-A-CH

Für viele stellt sich nun die Frage, was die Bitclub Network Festnahmen in den USA für Promoter und Leader aus dem Raum D-A-CH bedeuten. Direkt vielleicht nicht so viel. Allerdings wird ja zumindest in Deutschland seit geraumer Zeit ebenfalls ermittelt. Und durch die Geschehnisse in den Staaten wird eines unumstößlich klar. Es war von Anfang an mit Vorsatz begangener Betrug. Da dürften nun auch den Promotern, Leadern, Vertriebspartnern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Knie schlottern. Und das auch dann, wenn sie sich in Dubai oder anderswo verstecken. Denn auch aus diesen Kreisen waren Aussagen zu vernehmen, die aus unserer Sicht einem Geständnis gleich kommen.

Jörg D. Wittke erklärt anderen Führungskräften, wo es lang geht

So erklärte der wohl bekannteste Deutsche BitClub Network Promoter Jörg D. Wittke in einem Schulungs-Webinar auf die Frage, weshalb die Mining Ergebnisse runtergegangen sind, völlig aufgebracht und schon fast ausrastend:

Soll ich euch was sagen? Ich weiß es nicht. Ich krieg gar nicht mit, ob die Mining Ergebnisse runtergehen. Soll ich euch sagen, warum nicht? Weil ich am Tag 3, 4, 5 Bitcoins verdiene. Da guck ich doch nicht auf auf auf Mining-Ergebnisse. Das interessiert doch keinen Toten. Seid mir nicht böse, aber wenn ihr im Network arbeitet, dann macht ihr so wahnwitzig viel Geld mit dem was ihr tut jeden Tag. Da müsst ihr gar nicht auf die Ergebnisse gucken…

und zu in Telegramm Gruppen laut werdenden Zweifeln und Fragen:

…tut mir einen Gefallen; bildet eure Leute aus! Dass sie sich in den Telegram-Gruppen so verhalten, dass wir unsere neuen Partner, die da reinkommen, nicht verschrecken. Ansonsten müssen wir einfach da so machen, dass die Telegram-Gruppen einfach nur von den Führungskräften mit Informationen gefüttert werden und dann kriegt ihr… dann könnt ihr nicht mehr schreiben! Weil, ich will doch meine neuen Leute nicht… nicht.. ähm… kaputtmachen lassen, weil irgend ein Dorfdepp, der nichts Anderes zu tun hat, weil er keine Ahnung hat, arbeitslos zu Hause sitzt und dann irgendwatt gelesen hat und dann… sich dann ne halbe Stunde damit auf… äh aufhängt irgendwelchen Blödsinn zu schreiben und hundert Andere, die das Geschäft ernst meinen probieren den zu beruhigen… Geht nich!

So viel Anders als die Aussagen der Herrschaften aus den USA klingt das auch nicht, oder? Wie glaubhaft ist es da, dass deutsche, österreichische und Schweizer Leader nicht gewusst haben, was bei BitClub Network wirklich gespielt wird? Ist mit Bitclub Network Festnahmen auch im deutschsprachigen Raum zu rechnen? Die Antwort dürfte auf der Hand liegen.

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4 Antworten

  1. Avatar Rolf Schneider sagt:

    Ein gut geschriebener und unterhaltsamer Artikel. Ich bin gespannt, wie es den deutschen BitClub Network Größen ergehen wird. Ermittelt wird ja da auch schon.

  2. Avatar Der Wolf sagt:

    Wir haben hier von Wien aus vor mittlerweile ca 5 Wochen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg gestellt. Und siehe da: Vor ein paar Tagen – also wohl ziemlich zeitgleich mit den Verhaftungen in den USA, bekamen wir ein Bestätigungsschreiben der Staatsanwaltschaft, dass unser Recherchen dem Aktenzeichen zum Fall Bitclub Network hinzugefügt wurde. Ich glaube nicht, dass hier schon viel passiert ist, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass dies bald der Fall sein wird…

  3. Avatar F. Lorenz sagt:

    Die Vervielfachung der Bitcoins in 2-5 Jahren ist nicht das Buisinessmodell, sondern das Schneeballsystem:
    Joerg D. Wittke: „Leute, ich richte meine Energie nicht auf Mining, ich richte meine Energie nicht auf Trader, ich richte meine Energie auf Erfolg und auf Buisinessaufbau. Das ist meine Energie. Das empfehle ich euch auch. Deswegen denkt bitte immer dran, das Produkt ist lediglich der Katalysator für das Buisinessmodell.“
    https://www.youtube.com/channel/UC3s20vuzR47oYGlMr67uNXg

    Bitclub-Trading Special mit Joerg D. Wittke & Andreas Baese
    „Ich sag immer Verdoppelung in 3 Jahren.“
    https://www.youtube.com/watch?v=ALq4SQPm8X0788888887uz8888888

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